ventschau

Spendenübergabe vom eVentschau

Gute Nachrichten gibt es in der Vorweihnachtszeit auch noch einmal vom e-Ventschau e.V.: Nach dem erfolgreichen 8. Benefiz Open Air vor 3½ Monaten können die Mitglieder des Vereins nun eine fünfstellige Summe an die Spendenempfänger überreichen.  (mehr …)

Brennelemente und Atomtechnik: Russland, China, Kasachstan, Tschechien, Bulgarien – Deutschland als Basis für massive Ostexpansion von Framatome

Reaktion der Hannoveraner Atomaufsicht "gefährlich naiv"
- Russland und China weiten Einfluss via Frankreich deutlich aus
- Wird Brennelementefabrik Lingen ausgebaut? (mehr …)

lesebühne

10.12.: Lesebühne am Bergwerk

wunder

„Das Wunder von Gorleben“

Was wäre geschehen, wenn Ende der 70er Jahre die WAA in Gorleben trotz des Widerstands in der Region dennoch gebaut worden wäre? Deutschland wäre wie Frankreich ein "Nuklearland" geworden. Hätte man sich dann vorstellen können, dass Jahrzehnte später, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi, der Atomausstieg energiepolitisch möglich gewesen wäre? Das neue Buch von Wolfgang Ehmke beleuchtet den Beitrag des Wendlands zur Energiewende und die "besondere Rolle" von Gorleben in der Auseinandersetzung um die Atomkraft.

Das Buch online bestellen

26.11.22 / Neckarwestheim. Foto: Moritz Heck

Atomkraftwerk Neckarwestheim blockiert – Weitere Aktionen Zivilen Ungehorsams angekündigt

(26.11.2022) Seit 12.30 Uhr blockieren rund 100 Menschen das Haupttor des Atomkraftwerks Neckarwestheim. Die Aktiven der Kampagne „Runterfahren“ möchten damit ein deutliches Zeichen gegen den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke setzen. Zudem kündigen sie weitere Aktionen Zivilen Ungehorsams für den Fall an, dass Anfang des nächsten Jahres langfristige Laufzeitverlängerungen diskutiert werden sollten. Die gewaltfreie Sitzblockade dauert an, die Polizei ist vor Ort, aber hält sich bisher zurück. (mehr …)

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Don’t nuke the climate!

Die Lösungen für die Klimakrise sind eindeutig: Ein schneller, gerechter Übergang zu einem Energiesystem ohne Atomkraft und Kohlenstoff. Insbesondere Atomkraft kann die Klimakrise nicht lösen. In der Tat verschärft die weitere Nutzung von Atomkraft die globale Erwärmung durch die Verhinderung des Einsatzes von sauberen Energiesystemen. - zum MISSION STATEMENT

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Das war ein richtig großes, richtig rauschendes Fest an den Atomanlagen Gorleben: mehr als 10.000 Menschen haben gestern das Endlager-Aus in Gorleben und den Atomausstieg gefeiert.

Nach KETTCAR, MAL ELÉVÉ und zahlreichen anderen Bands auf drei großen Bühnen war die Überraschung und das musikalisches Highlight am Abend der Auftritt der wendländischen Band MADSEN. "Du schreibst Geschichte" sangen Tausende Menschen gemeinsam mit den Jungs, die hier zuhause sind - und sich selbst Jahrzehnte am Protest gegen das Endlager beteiligt haben.

"Hunderttausende Atomkraftgegner*innen haben über Jahrzehnte Geschichte geschrieben und am Ende gemeinsam gewonnen. Unser hartnäckiger und vielseitiger Protest hat nicht nur viele Dutzend AKW, die geplanten Wiederaufarbeitungsanlagen und ein Atommüll-Lager im maroden Salzstock Gorleben verhindert. Wir haben alle gemeinsam auch das Abschalten der AKW in Deutschland erzwungen", resümierte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke – die letzten drei von einst 36 werden Ende des Jahres vom Netz gehen.

Zugleich war es die Anti-Atom-Bewegung, die den weltweiten Siegeszug der erneuerbaren Energien mit losgetreten und erst möglich gemacht hat.

"Ab morgen kümmern wir uns dann wieder um die zahlreichen verbliebenen Atom-Probleme, vor allem um den Atommüll, die Endlagersuche und die Zwischenlagerung." Nicht zuletzt deshalb führte die Demo auch direkt vor die Tore der beiden Zwischenlager in Gorleben.

Die einzige Wolke an dem herrlichen Tag: Nur am Rande schafften es die wenigen Helfer:innen der selbstorganisierten Widerstandspartie, auch noch mit den Sammelbüxen über den Platz zu laufen.

Spenden wären deshalb prima an:
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
DE 24 2585 0110 0044 0607 21
Stichwort "Widerstandspartie"

Danke !!!

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PRESSEMITTEILUNGEN

Brennelemente und Atomtechnik

8. Dezember 2022

Russland, China, Kasachstan, Tschechien, Bulgarien –Deutschland als Basis für massive Ostexpansion von FramatomeReaktion der Hannoveraner Atomaufsicht „gefährlich naiv“– Russland und China weiten Einfluss via Frankreich deutlich aus– Wird Brennelementefabrik Lingen ausgebaut?

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Atommüllbundesamt zur Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle

6. Dezember 2022

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle geht in die Verlängerung. Bereits im Jahr 2034 bzw. 2036 erlischt die Betriebsgenehmigung in den beiden Zwischenlagern der ersten Generation in Gorleben und Ahaus. Das Bundesamt für die Sicherheit kerntechnischer Entsorgung (BASE) hat zu diesem Thema jetzt eine Broschüre – hier direkt als PDF – vorgelegt. Ihr Chef Wolfram König sagt…

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Atommüll-Endlagersuche verzögert sich

10. November 2022

Die Atommüll-Endlagersuche wird sich verzögern. Das geht aus einer Stellungnahme der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor, ein Sprecher des Bundesumweltministeriums habe dies laut Tagesschau bestätigt: „Dem Grundsatz der bestmöglichen Sicherheit haben sich auch Zeitvorgaben unterzuordnen, gleichzeitig darf das Ziel nicht aus dem Blick geraten.“

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TERMINE & AKTIONEN

Sa. 10.12.2022
17 Uhr
Gorleben, BergwerkLesebühne der "Interessengemeinschaft Versöhnungspraktischer Kulturarbeit"
Walk&Talk, Texte&Gesang
So. 11.12..2022
13 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
Salinas-Gelände
Sonntagsspaziergang
So. 11.12.2022
14 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
an den Kreuzen
Gorlebener Gebet
ökumenische Veranstaltung
Mo. 12.12.2022
18 Uhr
Dannenberg, MarktplatzFukushima Mahnwache

GORLEBEN RUNDSCHAU

Drei Botschaften habe ich dem Ergebnis des „Stresstests für das deutsche Stromnetz“, den der Wirtschaftsminister für den Winter 2022/23 bei den Stromnetzbetreibern in Auftrag gegeben hatte, entnommen.

Erstens: Atomkraft könnte keinen oder allenfalls einen marginalen Beitrag im Promillebereich zur Kompensation ausbleibender Gaslieferungen leisten. Zur Einordnung: Im Wohnbereich würde allein der Einbau elektronischer Heizkörperthermostate circa 10 Prozent, eine generelle Temperaturabsenkung um nur ein Grad weitere 6 Prozent Energie einsparen.

Zweitens: Die von verschiedenen Medien und Parteien herbeigeredete „Stromlücke“ im nächsten Winter ist in Wahrheit extrem unwahrscheinlich und träte nur beim gleichzeitigen Eintreten aller ungünstigsten Faktoren auf. Ein derartiges Ergebnis wäre bei vernünftigen Erwägungen natürlich zu erwarten. (Nach dem Motto: „Wenn ich arbeitslos werde und ich mir das Bein breche und das Auto kaputt geht und die Wohnung gekündigt wird und meine Familie mich verlässt ... “)

Drittens: Träte eine Stromlücke dennoch auf, läge diese weniger an den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als daran, dass unser Nachbarland Frankreich – im Schulterschluss mit Bayern ... – den Umstieg auf erneuerbare Energien gründlich verschlafen hat und stattdessen immer noch in so hohem Maße auf die veraltete und störungsanfällige Atomkraft setzt. Wegen Korrosionsschäden musste Frankreich dieses Jahr zwölf seiner maroden Atommeiler abschalten, wegen dringender Wartungsarbeiten weitere 18, insgesamt also 30 der 56 Atomreaktoren im Land. Die Tatsache, dass all diesen Atomreaktoren das dringend benötigte Kühlwasser wegen der Klimakatastrophe fehlte, findet dabei noch gar keine Erwähnung ...

Eine weitere Erkenntnis gibt es übrigens in diesem Zusammenhang noch obendrauf: Die extrem klimaschädlichen Steinkohlekraftwerke könnten vom Nachschub abgeschnitten werden, weil der Wasserstand der europäischen Flüsse eben wegen diesen Klimafolgen nicht mehr ausreicht, ihnen die benötigte Steinkohle zuzuführen. Ein Schelm, wer hier Selbstheilungskräfte unseres lebendigen Heimatplaneten Gaia auszumachen meint ...

Obwohl dieses bei Stromerzeugern und Netzbetreibern in Auftrag gegebene Gutachten bei kritischer Würdigung also auch als flammendes Plädoyer gegen Atomkraft und fossile Energieträger gelesen werden kann, versuchen konservative, neoliberale und rechte Kräfte im Lande daraus Argumente für den Weiterbetrieb oder gar Wiedereinstieg in den Dinosaurier Atomkraft herzuleiten. Dahinter steht natürlich nicht nur ideologische, nukleare Verblendung. Es scheint auch ein eiskaltes, wahltaktisches Kalkül zu sein für den Fall, dass die gestiegenen Energiepreise weiter öffentliche Empörung auslösen oder im Wohlstandstaat sogar Versorgungslücken auftreten sollten, um dann nachträglich behaupten zu können, man habe ja bessere Vorschläge unterbreitet. Auf die Belastbarkeit derartiger Behauptungen und die komplexen Gegenargumente käme es dann in der kurzlebigen parlamentarischen und öffentlichen Debatte vielleicht gar nicht mehr an.

Dabei findet der wirkliche Stresstest gerade 2000 Kilometer östlich von den für einen „Reservebetrieb“ auserkorenen AKW Isar 2 und Neckarwestheim statt. Keine 50 Kilometer neben dem mit Abstand größten europäischen Atomkraftwerk hat das ukrainische Personal der Geburtsklinik Saporischschja in seiner berechtigten Sorge vor einem Super-GAU bereits Jodtabletten an die Schwangeren und Mütter ausgeteilt und einen provisorischen Schutzraum mit Inkubatoren, Betten und Sandsäcken im Keller eingerichtet. Die wirkliche Bedrohung unserer freiheitlichen Gesellschaft und einer lebenswerten Zukunft besteht eben nicht in den Sorgen neoliberaler Investoren oder irgendwelcher Blackrock-Manager, sondern trotz der komplexen Erkenntnisse des 21. Jahrhunderts leider immer noch in der brutalen Realität des Krieges. Und auch dieser Krieg wird, wenn es vordergründig manchmal anders scheinen mag, womöglich weniger um Ideologien und Nationalismen geführt als vielmehr um Ressourcen, Rohstoffe und fossile Energien.

Und wem dies nicht klar ist: Der europäische und deutsche Reichtum ist nicht nur auf russisches Gas, Öl und Kohle gegründet. Auch die Hälfte des in Europa „verbrannten“ Urans stammt aus Russland oder von seinen assoziierten Verbündeten. Der russische Staatskonzern Rosatom baut (in Kooperation mit Siemens übrigens) „neue“ Atomreaktoren in der Türkei, in Bulgarien und in Ungarn. Und trotz des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges darf Rosatom über die Uranfabrik im niedersächsischen Lingen weiter französische Atomkraftwerke mit dem Stoff beliefern, aus dem die Bombe ist.

Dieser Wahnsinn muss aufhören. Nicht irgendwann, sondern heute. Keinen Tag länger! Atomausstieg jetzt! Atomwaffen weltweit ächten! Sofort.

Martin Donat,
Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg